|
Soulfly (1998)
Grade mal 15 Monate nach der Trennung von Sepultura, präsentiert uns Max Cavalera schon eine neue Band einschließlich Album. „Soulfly“ schließt ganz klar an das letzte Sepultura Werk „Roots“ an, die Experimentierfreudigkeit wird sogar noch weitergetrieben als zuvor. Leider geht dies manchmal etwas auf Kosten der Songstrukturen und raubt dem Album eine klare Struktur.
Der Opener „Eye for an Eye“ bei dem Burton C. Bell (Fear Factory) als Gast auftritt ist dann auch gleich ein Sepulturatypischer Schlag ins Gesicht, weiter geht es mit dem ebenfalls sehr gutem „No Hope No Fear“ welches in einem dunklem Jam-Teil endet. Der dritte Song „Bleed“ ist einer der aggressivsten und besten Tracks des Albums, hier wirkt Fred Durst (Limp Bizkit) als Gast mit und gibt dem Song mit einem sehr gutem Rap-Part eine besondere Note. Die nächsten Stücke „Tribe“ und „Bumba“, die ohne Frage weitere Höhepunkte bilden nehmen einen mit auf die Reise in Cavaleras Heimat Brasilien. „First Commandment“ mit Chino Moreno (Deftones) und „Bumbklaat“ (Jamaicanisch für Tampon) holen einen dann wieder in die Realität zurück.
Das Instrumental „Soulfly“ gehört zweifellos zu den besten die ich je hören durfte. Den ersten richtigen Ausrutscher leistet man sich aber mit dem Gorge Ben Cover „Umbabarauma“, welches einfach deplaziert wirkt und nicht sonderlich gelungen ist. Entschädigt wird man dann aber sofort wieder von dem genialem „Quilombo“ und „Fire“, das welches leichte Erinnerungen an „Ratamahatta“ weckt. „The Song Remains Insane“ ist die Hardcore-Version des Sepultura-Hits „Attitude“, kann seine Qualität aber bei weitem nicht erreichen.
„No“ ist der letzte Höhepunkt des Albums, dafür aber ein mehr als mächtiger. Reinster, knallharter Hardcore der in einem Drum n’ Bass Jam endet. Für mich mit Bleed der beste Song.
„Prejudice“ mit Benji von „Dub War“, besitzt eine Menge Reggae anleihen und bleibt Geschmackssache. Das zweite, sehr starke Instrumental „Karmageddon“ gibt dem Album dann einen würdigen Abschluß.
Primitive (2000)
1.Back to the Primitive
2.Pain
3.Bring it
4.Jumpdafuckup
5.Mulambo
6.Son Song
7.Boom
8.Terrorist
9.The Prophet
10.Soulfly 2
11.In the Memory
12.Fly High
Das zweite Soulfly Album “Primitive” schafft es das Debut in den Schatten zu stellen. Wesentlich durchdachter und zusammenhängender wirken diesmal die Songs und das ganze Album, obwohl es eigentlich noch vielschichtiger und experimenteller ausgefallen ist. Ein Grund dafür könnte sein, dass Cavalera diesmal einen brasilianischen und einen jameicanischen Drummer zur Hilfe holte, die in jedem Song einen Percussionteil einfügten was dem Album eine klare Linie gibt.
„Back to the Primitive“ ist ein weiterer typischer Cavalera Kracher der früheren Songs in nichts nachsteht. Besonders gut sind „Bring it“, ein Thrashbrett, das an Maxs Projekt Nailbomb erinnert und in der Mitte von einem Reggea-Jam aufgelockert wird sowie „Boom“ welches groovt wie Sau, mit ein paar hervorragenden Riffs und mit eingängigem Text daherkommt. „Mulambo“ besticht mit seinem beeindruckendem Drumming und man fühlt sich mal wieder in den Dschungel versetzt. Mit „The Prophet“ bietet zwar wenig neues, ist aber dennoch ein sehr gutes Lied, das voll überzeugen kann.
Natürlich hat Cavalera auch auf diesem Album eine beeidruckende Gästeliste zusammengestellt. Mit Chino Morendo (Deftones) und Grady Avenell brüllt er das sehr heftige „Pain“ ein. Gemeinsam mit Corey Taylot (Slipknot) präsentiert Max uns „Jumpdafuckup“, ein Song mit starker Industrialschlagseite, das in den Strophen meist sehr ruhig ist um im Refrain in einem Aggressionsrausch zu explodieren. Ein sicherer Hit!
Mit Tom Araya (Slayer) findet eines der am längst erwarteten Duetts der Metals statt, und die Trash-Granate gehört mit Sicherheit zu den besten Songs des Albums.
Das Soulfly die besten Instrumentals überhaupt schaffen beweisen sie mit dem wunderschönem „Soulfly 2“ in dem sogar ein Piano zum Einsatz kommt.
Etwas zwiespältig und sicherlich Geschmacksache sind „Son Song“ und „Fly High“. Ersteres ist ein Lied, das Cavalera zusammen mit Sean Lennon schrieb und einsang. Bis auf den Refrain ist der Song ebenfalls äußerst ruhig und besitzt eine starke Stoner-Rock Schlagseite, außerdem findet man auch Pop- und Alternativeelemente. Bei „Fly High“ wird ein typischer Cavalera Song im Refrain mit weiblichem Gospel-Gesang angereichert, was sicherlich auch nicht jedermanns Geschmack ist.
Völlig überflüssig, und da sind sich 90% aller Fans einig, ist die Zusammenarbeit mit den Rappern von Cut-Throat Logic bei „In the Memory of“, diese Art von Songs hat man schon hundertmal gehört und auch Soulfly gelingt es nicht sie besser zu machen.
|