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Das blutige Rap-Business
Fast kein Tag ohne Bad-News aus der Rap-Szene. Der Hip Hop steht mächtig im Kreuzfeuer, denn die Protagonisten machen immer mehr durch Gewalttätigkeiten, Drogenmissbrauch und Schiessereien als durch gute Musik auf sich aufmerksam. Seit dem blutigen Krieg zwischen East- und West-Coast-Rappern vor zwei Jahren, in dessen Folge die Hip Hop-Stars 2 Pac und Notoriuos B.I.G. ihr Leben verloren, kamen viele Rapper mit dem Gesetz in Konflikt.
Bad Boys: Die schlechten Seiten des Raps
East-Coast-Mastermind Puff Daddy macht im
Song "Life After Death" klar, wofür der Rap steht. Auszug: „Erst kommt
die Kohle, dann kommen die Weiber, und dann kommen dicke Joints mit fetten
Hasch-Klumpen!" Die typischen Themen des amerikanischen Raps: Sex, Drogen
Geld, Gewalt. Viele Rapper sind in ihren Texten unglaublich hart und direkt.
Chuck D. von Public Enemy sagt: „Hip Hop ist das CNN des Ghettos. Unsere
Reime zeigen das wahre Leben schonungslos wie ein Nachrichtenmagazin!"
Faszination Hip Hop - was macht den Reiz aus? Die Reime der US-Rapper sind
authentisch, ihre Biographien real und ihre Botschaften glaubwürdig.
Rap ist der lebensnahe Sound des Untergrunds, die Rapper sprechen die Sprache
der Strasse.
Doch der Untergrund hat auch seine schlechten Seiten und diese zeigen die Rapper knallhart auf. So zeigt sich DMX auf dem CD-Cover seiner aktuellen Scheibe blutüberströmt. Coolio kifft regelmäßig Joints bei Live-Auftritten und reicht sie dann im Publikum herum. Das gefährliche: Den meist jugendlichen Fans wird ein völlig falsches Wertebild vermittelt. Denn: In den Rap-Texten werden Frauen meist als Sexobjekte dargestellt, dazu wird durch fette Autos und dicke Goldketten die materialistische Einstellung bei den Kids gefördert. Und Hip Hop ist keineswegs nur just for fun. Den Protagonisten geht es meist auch nur ums Geld. Puff Daddy beispielsweise mischt an allen Ecken und Enden mit und ist darauf bedacht, möglichst viele Platten zu verkaufen.
Good Guys: Die neuen Helden der Rap-Szene
Neben der harten Gangsta-Szene mit ihren
Kleinkriegen, Prügeleien und Schiessereien gibt es aber auch „good
Guys" in der Rap-Szene. Die neue Generation mit A+, TQ, Outkast oder auch
Jay-Z spricht eine andere Sprache und versucht, den Kids eine positive
Einstellung zu vermitteln. In ihren Texten verarbeiten sie zwar auch das
wahre Leben der Ghettos, aber sie verherrlichen es nicht. Sie verabscheuen
Drogen und lehnen Gewalt ab. Power heisst das Zauberwort.
Und auch die Girls preschen nach vorne.
Noch vor Jahren zog zum Beispiel Snop Doogy Dogg gnadenlos über Frauen
her und nannte sie „Bitches" (= Schlampen). Heute entern immer mehr Frauen
das Biz. Provokateurin Nummer eins bleibt Lil’ Kim, die mit ihren sexlastigen
Texten und frivolen Bühnen-Shows für Aufsehen sorgt. Aber auch
Lauryn Hill, Missy Elliot und MC Lyte sorgen für Aufsehen und kommen
dabei völlig ohne Krieg und gegenseitige Diffamierungen aus.