THE PATRIOT

Label:
Hollywood Records (HR-62258-2)
Tracklisting:
1. The Patriot
2. The Family Farm
3. To Charleston
4. The Colonial Cause
5. Redcoats at the Farm and The Death of Thomas
6. Ann Recruits The Parishoners
7. Preparing for Battle
8. Ann and Gabriel
9. The First Ambush and Remembering the Wilderness
10. Tavington's Trap
11. The Burning of the Plantation
12. Facing the British Lines
13. The Parish Chruch Aflame
14. Susan Speaks
15. Martin Vs. Tavington
16. Yorktown and the Return Home
17. The Patriot Reprise
Besonderheiten:
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Erhältlichkeit:
The Patriot sollte in jedem gut sortierten CD-Geschäft, sowie bei den meisten Online-Musikhändlern zu bekommen sein.
Rezensionen:
Roland Emmerichs Abenteuer-Epos Der Patriot, in dem sich ein Familienvater (Mel Gibson) gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts an dem Tod seines Sohnes rächen will und zusammen mit einer kleinen Miliz gegen die Britische Armee kämpft, bietet eine geradezu perfekte Grundlage für eine typisch amerikanische, im höchsten Maße patriotisch-pathetische Musik, für deren Komposition wohl keiner besser geeignet wäre als John Williams. So staunte die Fan-Gemeinde dann auch nicht schlecht, als sich ihr Maestro dazu entschloss, für Herrn Emmerich zu komponieren - ein Mann, der teilweise schon ernsthaft als Konkurrent von Williams langjährigen Freund und Kollege Steven Spielberg gehandelt wurde und dessen Filme Stargate und allen voran Independence Day doch außerdem mit einer ähnlichen Musik von dem britischen Komponisten David Arnold unterlegt worden waren.
Trotzdem entschied er sich hier für Williams, der dem Film mit seinem typischen Stil eindeutig den perfekten Klang verleiht und zu einem amerikanischen Hochgenuss macht, denn soviel ist mal sicher: Patriotischer gehts nicht mehr. Bemerkenswert doch, dass deutsche Regisseure wie Emmerich oder auch Wolfgang Petersen mit Filmen wie Independence Day, Air Force One oder jetzt Der Patriot die amerikanischsten Filme überhaupt drehen, und das – im Falle von Der Patriot zumindest – dann auch noch so gut machen! Jedenfalls wissen sie ganz genau, wie sie das amerikanische Publikum auf ihre Seite kriegen - kritische Augen aus sämtlichen anderen Ländern dieser Welt werden dem Film denn doch wohl eher misstrauisch gegenüber stehen.
Aber zurück zu Williams Musik, die leider wirklich gut nur im Film besteht und ansonsten hinter seinen letzten beiden Werken Die Asche meiner Mutter und auch Star Wars – Episode 1 etwas zurückfällt, denn deren Brillanz erreicht der Soundtrack eigentlich nur im Hauptthema und an einigen wenigen anderen Stellen. Die in den letzten Jahren für Williams typisch gewordene Reprise des Themas am Ende verleiht dem ganzen dann noch ein glanzvollen Ausgang, denn vom Thema selber kann man eigentlich nicht genug bekommen. Beginnend mit einem sehr kurzen Gitarren-Solo, dass dann sehr schnell von einer Violine (übrigens gespielt von Mark O’Connor) aufgegriffen wird und die Gitarre zur reinen Begleitung degradiert, steigert sich die Partitur in langsamen Tempo und schließt bald immer mehr Instrumente ein. Die Hauptmelodie bilden aber nach wie vor die Streicher, und zwar bis das Thema in eine Art von Trommeln und Flöten beherrschte Marsch-Musik übergeht und später von Blechbläsern übernommen wird. Gegen Ende klingt das ganze dann wieder ab und erinnert zeitweise an Williams Score zu Steven Spielbergs Film Saving Private Ryan - Eine Solo-Flöte und die markante Violine beenden das ganze.
Eine sehr abwechslungsreiche Komposition also, auf die Williams viel mehr hätte bauen sollen, doch verarbeitet er die Themen im weiteren Verlauf des Soundtracks leider nur mäßig. Die folgenden Stücke sind allesamt gut - mehr aber leider nicht. Hier und da klingt das wunderschöne Hauptthema durch und bildet mit der geradezu euphorischen Ausführung am Anfang des Stückes „The Colonial Cause“ sicher ein weiteres Highlight dieses Albums. Natürlich darf bei einem solchen Film auch bombastische Marsch-Musik nicht fehlen, die auf dem Album aber – im Gegensatz zum Film – nur spärlich enthalten ist.
Außerdem kann man Williams bei seiner Musik zu Der Patriot zum Teil vorwerfen, dass er sich an einigen Stellen ein bisschen zu oft selber zitiert. So erkennt man manchmal scheinbar ganze Passagen aus Scores wie JFK, Amistad, Saving Private Ryan, Sleepers und vor allem The unfinished Journey wieder, die dem ganzen zwar sicher nicht schaden, aber auch nicht wirklich dienen, da man Williams jetzt auch vorwerfen kann, er würde nichts neues mehr machen.
Fazit: Williams Score zu bewerten fällt nicht leicht, denn im direkten Vergleich mit seinen großen Highlights bleibt dieser hier wohl eher etwas zurück. Trotzdem kann er natürlich mit anderen Score-Highlights diesen Jahres ohne weiteres konkurrieren (allen voran mit Hans Zimmers Werken Gladiator oder Mission-Impossible:2) und belegt hier sicher einen der vordersten Ränge!
Thomas Wilden / 8.7.2000
Kurzrezension:
Auch nach mehrmaligem intensiven Hören des neuen Williams-Werkes komme ich nicht um den Eindruck herum, dass dieser Score nichts Neues zu bieten hat und eher Williams-Standardware bietet. Nein, The Patriot ist kein schlechter Score. Immer noch hört man die intelligenten Harmoniewendungen und feinfühligen Arrangements, die viele so an seiner Musik schätzen. Aber kompositorisch ist doch alles schon einmal da gewesen. Ein bisschen Anleihen von Amistad hier, etwas Saving Private Ryan da, und gewürzt wird das ganze durch eine große Portion Far and Away.
Aber was haben wir schon anderes von einem Film mit dem Namen "The Patriot" erwartet, noch dazu, wenn Roland "Gozilla" Emmerich Regie führt? Selbst, wenn John Williams bessere, originellere Einfälle für diesen Film gehabt hätte, ist das wahrscheinlich genau die Musik, die der Regisseur verlangte, und letztendlich muss sich der Komponist nach diesen Anweisungen richten. Für mich persönlich bleibt unterm Strich der Eindruck, dass meine doch sehr geringen Erwartungen an Film und Score bisher bestätigt wurden. Ein durchaus hörbarer, gefälliger und "schöner" Score, der aber, anders als Williams letzten Scores á la "Angela's Ashes" und "Stepmom", sicherlich in Zukunft nicht mehr allzu oft in meinen CD-Player wandern wird.
Außerdem erhält The Patriot meine Stimme zur Wahl des hässlichsten CD-Covers des Jahres.
Oliver Reichhardt / Juli 2000
Partituren:
Bisher ist keiner Partitur von The Patriot erschienen. Da aber seit Rosewood zumindest die Hauptthemen aller Williams Scores als Partituren für Klavier erschienen sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch zu The Patriot in näherer Zukunft zumindest das Hauptthema als Einzelausgabe erscheint. Nähere Infos dazu in Kürze auf dieser Site!