JANE EYRE

 

Label:

SilvaScreen(FILMCD031) '1995

Erhältlichkeit:

Nicht mehr erhältlich.

 

 

Label:

SilvaScreen(FILMCD204) '1999

Erhältlichkeit:

Noch erhältlich. 

 

 

Tracklisting:

1. Jane Eyre Theme (3:13)

2. Overture (Main Title) (3:53)

3. Lowood (2:35)

4. To Thornfield (1:50)

5. String Quartet - Festivity at Thornfield (2:08)

6. Grace Poole and Mason's Arrival (3:01)

7. Trio - The Meeting (3:06)

8. Thwarted Wedding (2:40)

9. Across the Moors (2:36)

10. Restoration (3:55)

11. Reunion (4:22)

Besonderheiten:

Beide CDs enthalten die gleichen Tracks, allerdings wurde die 1999er Version neu gemastert und klingt deshalb um einiges besser als die 1995er CD. 

Rezension:

Den Namen John Williams verbinden viele mit Filmen wie Star Wars, Indiana Jones oder Jaws. Daß John Williams aber auch ein Leben vor "Der Weiße Hai" hatte, wissen nur wenige. Einer seiner schönsten Scores aus dieser Zeit ist jetzt endlich wieder für alle auf CD erhältlich.

Jane Eyre galt bis vor kurzem als eine der seltensten Filmmusik-CDs überhaupt. An das Original ranzukommen war fast unmöglich, und auch an eine Kopie kam man nur mit erhöhtem finanziellen und zeitlichen Aufwand. Gott sei Dank hat sich Silva Screen endlich dazu durchgerungen, den wundervollen Score zu Jane Eyre neu aufzulegen, und der Musik gleichzeitig einen überarbeiteten Soundmix zu spendieren, der sich durchause hören lassen kann, wenn man bedenkt, daß diese Aufnahme immerhin aus dem Jahre 1971 stammt. 

Jane Eyre ist ein sehr ruhiger und bedachter Score, der vor allem durch seine wundervollen, typisch "englischen" Themen geprägt ist. Von dem typischen Americana-Sound, den John Williams in dieser Periode seines Schaffens besonders prägte, ist auf dieser CD angebrachterweise nichts zu spüren, statt dessen nimmt der Komponist viel Rücksicht auf das englische Setting des Films bzw. der Romanvorlage von Charlotte Bronte. Neben einem sehr getragenen und lyrischen Hauptthema (in dem das normale Orchester-Lineup ergänzt wird durch eine Orgel und zwei (!) Pianos) und einem eher nachdenklichen Seitenthema in der Ouverture, findet sich auch ein kurzes, aber schlichtweg geniales Streichquartett, das alleine eigentlich den Preis für die gesamte CD wert wäre. Jane Eyre stellt neben seinem sehr kalten, expressionistischen und aufwühlenden Score zu "Images" vielleicht die ungewöhnlichste Arbeit des Komponisten dar, und für mich persönlich zählt Jane Eyre nicht nur zu den besten Arbeiten von John Williams, sondern auch zu den besten Filmscores alles Zeiten.

Die Klangqualität der remasterten Neuauflage ist exzellent; man hat es tatsächlich geschafft, die extrem störenden Übersteuerungen der Originalaufnahme auf ein Minimum zu reduzieren, und auch ansonsten ist der Klang der CD wesentlich "dichter" als auf der Original-CD von 1995. Hin und wieder hatte ich das Gefühl, daß man nachträglich künstliche Hall-Effekte hinzugefügt hat (vor allem im String-Quartet), aber anders als bei vielen anderen Orchesteraufnahmen wurde dies hier sehr gefühlvoll getan, sodaß diese Tatsache nicht als störend empfunden wird.

Alles in Allem kann man Silva Screen nur für diesen Release danken. Der einzige Kritikpunkt bleibt, daß die CD kein zusätzliches Material enthält, sondern nach wie vor nur die Musik umfaßt, die auch auf der Original-LP enthalten war. Abgesehen davon aber ist dieser Release definitiv einer der Highlights des Jahres, und ich kann nur sagen "zugreifen !", denn irgend etwas sagt mir, daß auch diese CD innerhalb kurzer Zeit wieder vom Markt verschwinden wird, und dann genauso zu einer Rarität wird, wie die Original-CD von 1995.

Oliver Reichhardt, 1999

Partituren:

Zu Jane Eyre ist keine Partitur erschienen.