A Guide for the Married Man

 

 

Label:

FilmScoreMonthly(FSM Vol.3 No. 5) 2000

 

Tracklisting:

1. A Guide for the Married Man (The Turtles) (2:46)

2. Prologue / Off to Work (2:23)

3. Main Title : "A Guide for the Married Man" (3:09)

4. Why Do They Do It? (2:27)

5. Backyard Barbecue (1:07)

6. The Bust-Up Scene (3:06)

7. The Perfume Problem (2:39)

8. The Globetrotters (5:10)

9. Smelly Concoction (4:12)

10. The Party (2:14)

11. What Was I Wearing? (1:55)

12. Piano Bar (2:45)

13. Search for the Hideaway (2:32)

14. The Considerate Husband (1:38)

15. Misdirection / Emergency Kit (2:42)

16. Bantu Cuisine (2:13)

17. Trial Run (4:39)

18. The Divorcee (3:07)

19. Making the Move (3:59)

20. Second Thoughts (2:22)

21. The Race Home (alternate) (1:56)

22. Finale - No Place Like Home (1:42)

Bonus Tracks

23. Off to Work (alternate) (0:39)

24. The Movie Star (0:51)

25. TV Music (2:17)

26. Who Was the Most Attractive? (0:43)

27. Romanoff's (1:27)

28. The Real Thing (1:22)

29. The Race Home (film version) (1:57)

30. Finale - No Place Like Home (alternate) (1:40)

31. End Title: "A Guide for the Married Man" (0:58)

 

Besonderheiten:

Diese CD besticht durch Ihr sehr schönes Artwork und die informativen Liner Notes im Booklet. Bei dieser CD handelt es sich um eine auf 3000 Exemplare limitierte Pressung.

Erhältlichkeit:

A Guide for the Married Man ist nur über FilmScoreMonthly zu beziehen. 

Rezensionen:

(Oliver Reichhardt, 02.08.2000)

Seit nun schon einigen Jahren ist FilmScoreMonthly (FSM) nicht nur der Name eines der bekanntesten und besten Zeitschriften rund um das Thema Filmmusik, sondern auch ein Plattenlabel, das es sich zum Ziele gesetzt hat, längst verloren geglaubte Filmmusik-Aufnahmen aus der Versenkung auszugraben und der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Den so entstehenden CDs sieht man immer an, dass es sich hierbei nicht um aus Geldgier und Marketing-Taktül heraus produzierter Massenware, sondern um wirkliche Liebhaber-Werke handelt. Angefangen von den durchweg toll aussehenden CD-Hüllen, über die informativen Liner-Notes, bis hin zur hörbar liebevollen Restauration der Musik selbst, machen diese CDs immer einen durchweg guten Eindruck.

Auch das neueste Werk der Mannschaft um Lukas Kendall bildet da keine Ausnahme. Mit A Guide For The Married Man veröffentlicht FSM nun schon seine zweite John Williams CD (die erste enthielt die kompletten Scores zu The Paper Chase und The Posseidon Adventure, sowie den Main Title aus Conrack), und auch diese CD, soviel sie vorweggenommen, steht den bisherigen CDs des FSM SilverAgeClassic Labels in nichts nach, Die CD enthält den kompletten John Williams Score zu diesem Film aus dem Jahre 1967 in klarstem Stereoton, was bei Aufnahmen aus dieser Zeit keine Selbstverständlichkeit ist, siehe The Paper Chase. Das Booklet ist gefüllt mit Hintergrundinfos zum Film sowie einer Analyse der einzelnen Tracks von Johnwilliams.org-Webmaster Jeff Eldridge. 

Doch wie ist die Musik selbst? Nun, bei John Williams frühen Komödien-Filmmusiken muß man meiner Meinung nach immer etwas vorsichtig sein. Während beispielsweise Fitzwilly oder How to Steal A Million durchaus hörbar und schön sind, ist beispielsweise Penelope nach heutigem Gesichtspunkt fast unerträglich kitsichig. So sah ich A Guide For The Married Man zunächst mit etwas gemischten Gefühlen entgegen, aber schon nach kurzem Anspielen des ersten Tracks wurde ich eines besseren belehrt. Der Titelsong des Film nämlich ist um Längen besser als so manch anderer schnulziger Popsong, den Williams zu dieser Zeit geschrieben hat. Zwar kann einem Texter Leslie Bricusse nur leid tun, mußte er doch um den so schon albernen Filmtitel auch noch einen Text für den Titelsong schreiben, was zu solch Stilblüten wie "What we need in the World today / Is a Guide For the Married Man" führte, aber ansonsten ist dieser Song durchaus noch hörbar, und mit etwas anderer Instrumentierung könnte man das Lied auch heute noch durchaus hitparadentauglich machen. 

Was folgt, ist frühester John Williams Underscore, der zwar in den seltensten Fällen wirklich brilliant ist, aber durchaus auf das weist, was Williams später leisten sollte. Der gesamte Score kann eigentlich als ein buntes Potpourri von Stilen bezeichnet werden. Von vollen, romantischen Orchestersätzen. über experimentelle Musik für die ersten Szenen des Films, bis hin zu Jazz- und Pop-Source-Musik ist hier alles vertreten, was Williams' Musik in den 60er und 70er Jahren geprägt hat. 

Erstaunlich ist, wie der Komponist hier mit dem Thema "Komödie" umgeht. Wie schwierig muss es für einen Komponisten sein, zu entscheiden, ob man eine Komödie wirklich mit "lustiger" Musik untermalt, und so einfach die Bewegungen auf der Leinwand musikalisch doppelt, oder ob man als Kontrapunkt ernste Musik schafft? Was erzielt wohl den besseren Effekt? John Williams jedenfalls hat diese Frage anscheinend für jede Szene neu entschieden und so einen sehr abwechslungsreichen, mal lustigen, mal beswingten, mal ernsten Score abgeliefert, der aber immer unterhält. Auch ohne den Film zu kennen, kann man bei Stücken wie "The Perfume Problem" geradezu die Bewegungen der Schauspieler erahnen! 

Ebenfalls herausragend sind die beiden Stücke "The Bust-up Scene" und "The Globetrotters", die offensichtlich mit einem großen Zwinkern die für die James Bond-Filme so typisch gewordene Jazz-Musik auf die Schippe nimmt.

Die CD enthält neben dem Original-Score auch eine Reihe von alternativen Aufnahmen, die so nicht im Film vorkommen. Außerdem befindet sich am Ende der CD noch einiges Material, dass die lange Zeit seit 1967 nicht ganz unbeschadet überstanden hat, und deswegen nicht in den "Hauptteil" der CD mit übernommen wurde. Dennoch ist es sehr begrüßenswert, dass auch dieses leicht beschädigte Material noch Platz auf der CD gefunden hat.

Alles in allem liefert uns FilmScoreMonthly mit dieser CD sicherlich kein Meisterwerk von John Williams, sondern vielmehr eine sehr, sehr unterhaltsame CD, die schön zu hören ist, und ganz nebenbei noch verdeutlicht, wie sich Williams berühmter Stil schon in seinen frühesten Scores herausbildete. Somit ist diese CD also auch aus historischer Sicht sicherlich nicht uninteressant. 

 

Partituren:

Zu diesem Titel ist bisher keine Partitur erschienen.