Cinema Serenade 2 : The Golden Age

 

 

Label:

Sony Classical  (SK60773) 1999

 

Tracklisting:

1. Laura (D. Raksin)

2. Now, Voyager (M. Steiner)

3. Modern Times (C. Chaplin)

4. Lost Weekend (M. Rózsa)

5. The Quiet Man (Traditional)

6. The Adventures of Robin Hood (E. Korngold)

7. Casablanca (H. Hupfeld)

8. Henry V (W. Walton)

9. The Uninvited (V. Young)

10. My Foolish Heart (V. Young)

11. Gone With The Wind (M. Steiner)

12. Wuthering Heights (A. Newman)


Besonderheiten:

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Erhältlichkeit:

Cinema Serenade 2 sollte in jedem gut sortierten CD-Geschäft, sowie bei den meisten Online-Musikhändlern zu bekommen sein. 

Rezension:

John Williams ist momentan Sony Classical's bestes Zugpferd. Seine CDs verkaufen sich wie der Blitz, und jüngst kletterte sein perfekter Score zu dem ansonsten enttäuschenden "Star Wars Episode I - The Phantom Menace" auch hierzulande ganz nach oben in die Charts. Kein Wunder also, daß Sony Classical offensichtlich versucht, den Mann für so viele Plattenaufnahmen wie möglich zu verpflichten, sehr zur Freude von uns Filmmusik-Fans. Nach der hervorragenden "Gershwin Fantasy" und den ebenfalls herausragenden Filmscores zu "Stepmom" ("Seite an Seite") und besagtem "Star Wars Episode I", gibt es nun also die neueste Williams-Aufnahme auf dem Sony Label, "Cinema Serenade 2". Im Gegensatz als der Vorgänger "Cinema Serenade" konzentriert sich diese CD mehr auf das "goldene Zeitalter" der Filmmusik und enthält u.a. Kompositionen von Miklos Rózsa, Max Steiner, Victor Young oder Alfred Newman.

Natürlich war sich Sony bei dieser CD seiner Zielgruppe durchaus bewußt, und so finden sich auch auf dieser CD, ähnlich der ersten "Cinema Serenade", nur wenige Überraschungen. Neben den üblichen Verdächtigen wie etwa "Laura", "Now, Voyager", "The Adventures of Robin Hood" oder "Gone With the Wind" finden sich aber auch durchaus ein paar Perlen, unter Anderem etwa Young's "The Uninvited", Rózsa's "Lost Weekend" oder eine ganz exzellente Neubearbeitung von Newman's "Wuthering Heights". Alle Stücke wurden bearbeitet für Orchester und Violine (Perlman), und dies ist vielleicht das einzige Problem der CD: So kunstvoll diese Arrangements auch sind, so feinfühlig und sensibel John Williams auch das Orchester dirigiert, und so wundervoll und virtuos Perlman auch die Violine spielt, insgesamt klingt die CD doch etwas zu zuckersüß und eher nach "easy listening" denn nach wirklich anspruchsvoller Musik. Wer also entspannende Filmmusik, perfekt eingespielt sucht und nicht durch plötzliche Extravaganzen des Orchesters gestört werden möchte, ist hier bestens bedient. Wirklich Filmmusik-Enthusiasten werden aber die etwas rauheren und weniger kitschigen Aufnahmen der Originalaufnahmen bevorzugen.

Dennoch muß man diese CD als Filmmusik-Fan wirklich begrüßen; denn gerade CDs wie diese sind es, die Filmmusik einem größeren Publikum zugänglich machen. Sind wir doch mal alle ehrlich: War es nicht gerade dieser schwelgende Romantizismus von Filmscores wie "Jurassic Park", "Star Wars" oder "Schindler's Liste", der uns zu Filmmusik-Fans gemacht hat? Niemand wird wohl durch Scores wie "Planet of the Apes", "Alien" oder "Images" (die allesamt wirklich großartig sind...) zu diesem Musik-Genre gekommen sein, sondern die meisten von uns werden sicherlich den Weg über die etwas leichter verdauliche Kost gegangen sein.

Und genau diese Art von Musik repräsentiert auch die neue "Cinema Serenade 2" und schafft es ganz hervorrangend, "alte" Klassiker der Filmmusik in ein angenehmes, wenig aufdringliches Gewand zu hüllen, das auch den Mozart- oder Beethoven-Anhänger ansprechen dürfte. Auch gefällt mir diese CD wesentlich besser als ihr Vorgänger, bei dem die Auswahl der Musikstücke, abgesehen von ein paar Williams-Titeln, doch eher fragwürdig war. "Cinema Serenade 2" hingegen ist gespickt mit fantastischen Themen, die allesamt Filmgeschichte geschrieben haben, und eigentlich in keiner Sammlung fehlen sollten. Entweder in der Originalfassung, oder aber in dieser Neuaufnahme.

Fazit: "Cinema Serenade 2" ist eine an und für sich fantastische CD, bei der von den (fast schon zu) perfekten Arrangements bis hin zur makellosen Aufnahme eigentlich alles stimmt. Dennoch bleibt der seltsame Eindruck, daß die CD etwas zu sehr auf den Massenmarkt abzielt. Eine gute CD für einen ruhigen, kalten und regnerischen Sonntag Nachmittag, nicht mehr, nicht weniger...

Bemerkung am Rande: Es ist natürlich besonders schön, John Williams endlich mal wieder zusammen mit dem Boston Pops Orchestra zu hören, daß er seit seinem Verlassen des Orchesters Anfang der 90er Jahre nur sehr selten für Neuaufnahmen eingesetzt hat. Auch ist es sehr interessant, daß viele der Arrangements dieser CD von Maestro Williams selbst stammen, obwohl das Arrangieren "fremder" Musikstücke etwas ist, was Williams nach eigener Aussage nur höchst ungerne tut. Dieser Umstand zeigt auch seine Wertschätzung für Itzhak Perlman, einen der besten Violinisten der Welt, und Solist dieser Aufnahme...."

Oliver Reichhardt, 1999

Partituren:

Zu dieser CD sind keine Partituren erschienen.